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Gerstenkörner & Hagelkörner

15.10.2016

Hilfe bei Augenentzündungen

Gerstenkörner und Hagelkörner können nicht nur unangenehm und schmerzhaft sein, sondern auch ein kosmetisches Problem für die Betroffenen darstellen. Aussicht auf Besserung bieten folgende Tipps.
Bei einem Gerstenkorn handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Liddrüsen. Infolge der Eiterbildung schwillt zunächst das gerötete Lid an, später konzentrieren sich Schwellung und Schmerz an einer bestimmten Stelle. Sind der Lidrand gerötet und die Bindehaut gereizt, können die Symptome schnell mit einer Bindehautentzündung verwechselt werden. Charakteristische korngroße Eiterpickel sowie starker Juckreiz weisen jedoch auf ein Gerstenkorn hin.
Von diesem abzugrenzen ist das Hagelkorn, welches durch einen Sekretstau in den Ausführungsgängen der Augenliddrüsen verursacht wird. Nach anfänglicher Schwellung führt dieser schließlich zu einer Entzündung im tieferen Bereich des Lids. Bemerkbar macht sich das Hagelkorn durch ein Spannungsgefühl, Schmerzen bleiben meist aus.
Kleine Hagelkörner bilden sich in der Regel selbst zurück, jedoch oft erst nach Monaten. Gerstenkörner platzen meist innerhalb einer Woche von selbst auf und heilen ab. Die Apothekerin Dr. Claudia Bruhn gibt in der Deutschen Apotheker-Zeitung Betroffenen Tipps, um Beschwerden am Auge kurzfristig zu lindern oder eine ärztliche Behandlung zu unterstützen. Tritt nach zwei bis drei Tagen Selbstmedikation keine deutliche Besserung ein, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen.
Gerstenkorn: Desinfektion und Rotlichttherapie
Bei einem Gerstenkorn ist es wichtig, dass sich die Bakterien nicht weiter in den Schleimhäuten der Augen ausbreiten und neue Entzündungsherde bilden. Tragen Sie deshalb eine desinfizierende Augensalbe auf. Die Apothekerin nennt hier beispielhaft den Wirkstoff Bibrocathol, wie er in der 2-prozentigen Augensalbe Posiformin® enthalten ist. Daneben kann das Reifen des Gerstenkorns durch Wärme herbeigeführt werden. Bestrahlen Sie hierbei das betroffene und geschlossene Auge mit Rotlicht fünf bis zehn Minuten. Der Abstand von Ihrem Auges zur Lichtquelle sollte dabei mindestens 50 cm betragen. Führen Sie die Behandlung zweimal am Tag durch.
Von feucht-warmen Kompressen rät die Pharmazeutin ab, da durch unsterile Lösungen wie Kamillentee neue Keime ins Auge gelangen oder bei Allergikern Immunreaktionen hervorgerufen werden können. Die Bakterien kommen auch auf der Haut vor, weshalb Sie das Gerstenkorn nicht berühren sollten, um die Erreger nicht in das Auge zu übertragen. Das Einhalten von allgemeinen Hygieneregeln, etwa das Verwenden von separaten Handtüchern, schützt andere Personen vor einer Ansteckung. Klingen Gerstenkörner nicht von selbst ab, wird der Arzt antibiotische Augensalben oder -tropfen verschreiben. Nur in seltenen Fällen öffnet er das Gerstenkorn.
Hinweis: Öffnen Sie das Gerstenkorn auf keinen Fall selbst. Das Risiko ist hoch, dass sich die Erreger bis ins Schädelinnere ausbreiten. Berühren Sie das Gerstenkorn möglichst auch nicht.
Hagelkörner: Augentropfen zur Entzündungshemmung
Auch Hagelkörner sprechen meist auf eine Rotlicht-Therapie an. Zusätzlich können Sie entzündungshemmende Zubereitungen auftragen, etwa Sophtal-POS® N Augentropfen mit dem Wirkstoff Salicylsäure. Heilt das Hagelkorn nicht von selbst ab und spricht nicht auf die Selbstmedikation an, sollten Sie es von Ihrem Arzt untersuchen lassen. Er wird entscheiden, ob eine chirurgische Entfernung sinnvoll ist. Antibiotika werden häufig nur verschrieben, falls es sich um eine erneute Infektion am Auge handelt.
Quelle: Dr. Claudia Bruhn: Genau hinschauen. Beratung bei Augenbeschwerden In: Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 34, August 2014, Stuttgart: Deutscher Apotheker Verlag, S. 46-49.
2016-10-15 | Julia Schmidt/Dr. Claudia Bruhn/DAZ