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Hilfe für Schulkinder mit Diabetes

26.10.2016

Professionelle Unterstützung gefordert

Blutzucker messen, Insulin spritzen, Broteinheiten aufnehmen – Schüler mit Diabetes Typ 1 benötigen Unterstützung, um am Unterricht teilzunehmen. Mitglieder des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordern flächendeckend Schulgesundheitspflegekräfte.
Dies ist dringend notwendig, um eine soziale und bildungsbezogene Entwicklung von Kindern mit Diabetes Typ 1 zu gewährleisten. „Denn zur Zeit weigern sich viele Kindergärten und Schulen, ein Kind mit Diabetes aufzunehmen. Erzieherinnen und Lehrer sagen, dass sie die Verantwortung nicht übernehmen können. Dass sie nicht dafür geschult seien und dass sie Angst haben, für eventuelle Fehler haften zu müssen“, schildert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Problematik.
Kostenstreit aufgrund gesetzlicher Unklarheit
Die Fachärzte des BVKJ fordern deshalb: „Wir brauchen endlich eindeutige gesetzliche Regelungen, die festlegen, wer den Mehraufwand in Kita, Schule oder Hort zu tragen hat, der über die Blutzuckermessung und die Insulingabe hinausgeht. Wir können nicht zulassen, dass Eltern ihren Beruf aufgeben müssen, weil sie beim Diabetesmanagement ihres Kindes in der Kita oder Schule gebraucht werden. Die derzeitige Regelung in Paragraf 14 Sozialgesetzbuch IX ist unscharf, verschiedene Kostenträger schieben sich gegenseitig die Zahlungspflicht zu und Familien bleibt oft keine andere Wahl als sich die Leistungen auf dem Klageweg zu erkämpfen.“
Gesetzliche Klarstellung in Arbeit
Mitte November soll eine gesetzliche Klarstellung des Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes im Bundestag besprochen werden. Im März 2017 könnte es in Kraft treten. „Wir appellieren an die Länderkammer, nicht nur die Finanzierung endlich eindeutig zu regeln, sondern auch für die nötige gesetzliche Grundlage für die Implementierung von Gesundheitspflegekräften in Kitas und Schulen zu sorgen“, betont Dr. Fischbach.

2016-10-26 | Julia Schmidt/BVKJ