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Brechdurchfall: Vorsicht, ansteckend

26.10.2016

Was kleine Patienten brauchen

Familien mit Kita-Kindern können ein Lied davon singen: Brechdurchfall. Wie lässt sich der Teufelskreis der Ansteckung durchbrechen und was hilft den Kleinen beim Gesundwerden?
Die richtige Pflege
Für Kinder mit Brechdurchfall gilt strenge Bettruhe. So werden sie schneller gesund und stecken ihre Spielgefährten nicht an. Auf dem Speiseplan stehen Heilnahrung (Milupa Milumil®, Humana Heilnahrung®) zum Kostaufbau und Zwieback. Tee und Traubenzucker helfen gegen Übelkeit. Kamillentee beruhigt die Schleimhäute und entkrampft den Darm. Sechs bis acht Stunden nach dem letzten wässrigen Stuhlgang bekommt der kleine Patient zum ersten Mal Haferschleim und Salzkartoffeln serviert. Stark fetthaltige und scharfe Gerichte bleiben noch für einige Zeit tabu.
Hygienemaßnahmen bei Brechdurchfall
Bei Brechdurchfall ist Händewaschen oberstes Gebot. Nach dem Toilettengang wird sogar eine Händedesinfektion erforderlich. Die Handtücher wandern schneller in den Wäschekorb als sonst und die Türklinken werden desinfiziert. Erbrochenes oder Stuhlgang entsorgen die Eltern mit Einmalhandschuhen.
Geeignete Medikamente
Elektrolytlösungen (Oralpädon®, Elotrans®) gleichen den Salz- und Wasserverlust aus und beugen so einer lebensgefährlichen Austrocknung vor.  Diarrhoesan® verfestigt den Stuhl, entkrampft und beseitigt Bakteriengifte. Perenterol junior® baut zusätzlich die Darmflora auf. Das Erwachsenenmedikament Loperamid (Imodium®) ist dagegen ungeeignet. Es verlangsamt die Darmentleerung und schließt so die Krankheitserreger im Körper ein.
Wachsam sein
Zu einer lebensgefährlichen Austrocknung neigen vor allem Säuglinge und Kinder mit Diabetes oder Schilddrüsenprobleme. Allgemein sollten Eltern ärztliche Hilfe holen, wenn ihr Kind lange unter Fieber leidet, einen blutigen oder schleimigen Durchfall aufweist, mehr als 24 Stunden erbricht ohne Flüssigkeit bei sich zu behalten, eine schlaffe Haut bekommt, unter Muskelkrämpfen leidet oder schläfrig und verwirrt wirkt.

2016-10-26 | Susanne Schmid/Apothekerkammer Niedersachsen